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Proteine und Aminosäuren Drucken

Baustoff des Lebens

Proteine sind die Bausteine unseres Körpers, die wesentlich mitbestimmen, wie gesund, muskulös, leistungsfähig wir sind und in welchem biologischen Alter sich unser Körper befindet.

Unser Körper besteht aus hunderten von Körper- bzw. Gewebsproteinen, sie bilden z.B. Muskeln, Knochen, Haut, Bindegeweben, Haaren, Fingernägel, aber es gibt auch viele sogenannte "Stoffwechselsteuerungsproteinen", wie z.B. Enzyme, Co-Enzyme, Hormone, Antioxidantien usw., die alle lebensnotwendig sind.

Diese Proteine werden ständig ab-, um- und aufgebaut und je optimaler diese Bauprozesse in unserem Organismus ablaufen, desto junger, stärker, vitaler und gesunder sind wir.

Alle Proteine und zwar nicht nur die o.g. menschlichen Körperproteine, sondern auch die tausende in Tieren und Pflanzen vorkommenden Proteine, bestehen aus miteinander verknüpften Aminosäuren.

Sobald wir solche tierischen oder pflanzlichen Proteine durch unsere Nahrung aufnehmen, werden diese in unserem Verdauungssystem zu den einzelnen Aminosäuren zerlegt und vom Blut zu den sog. Ribosomen transprotiert. In den Ribosomen (Proteinfabriken) unserer Zellen werden die aus der Nahrung stammenden Aminosäuren dann zu menschlichen Körperproteinen zusammengesetzt.

Zu einem optimalen Proteinstoffwechsel gehört aber nicht nur die ausreichende Zufuhr von Nahrungsprotein, sondern wir müssen auch darauf achten, dass die Ribosomen ihre Arbeit möglichst optimal erfüllen können.

Wie jede industrielle Fabrik benötigen auch die Ribosomen unserer Körperzellen folgende Resourcen:

1. Baumaterial, also Proteine bzw. Aminosäuren 
2. Hilfsbaustoffe, sprich Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Pflanzenstoffe usw. 
3. Energie aus Kohlenhydraten und Fetten 

Um ein ausreichende "Körperproteinfabrikation" zu gewährleisten, müssen alle drei Resourcen zum RICHTIGEN Zeitpunkt UND in ausreichender Menge vorhanden sein.

Im Folgenden geht es nicht um eine NUR AUSREICHENDE, sondern um eine möglichst IDEALE Produktion von Körperproteinen, die uns gesund, leistungsfähig, muskulös und biologisch jung halten sollen.

Folgende Checklisten sind die Essenz aus einer Vielzahl von Studien und praktischen Erfahrungen die sich über den Zeitraum von 1930 bis zum Jahr 2005 erstrecken. Im Anhang sind exemplarisch nur die wichtigsten Arbeiten angeben.

Optimales Aufbaumaterial:

a. Die optimale Proteinqualität
Die "biologische Wertigkeit" der Nahrungsproteine sollte möglichst hoch sein, denn je höher diese biologische Wertigkeit, desto sicherer ist, dass alle für den Zellaufbau benötigten Aminosäuren im Protein im richtigen Verhältnis zueinander enthalten sind. Eine ausgewogene Mischkost, die pflanzliche und tierische Proteine enthält, erfüllt den Anspruch einer mittleren bis hohen biologischen Wertigkeit.

Schlechte Esser oder Personen die unregelmäßig essen, können ihre Proteinzufuhr durch handelsübliche Proteinkonzentrate, die meist mit Milch oder Fruchtsaft als sog. Protein-Shake getrunken werden, optimieren.

Während diese Konzentrate früher meist aus Milchprotein bestanden, geht man heute mehr und mehr zu vitaminangereicherten Mischungen aus Milch und Sojaprotein, die manchmal sogar zusätzlich noch mit freien singulären Aminosäuren und bei extrem hochwertigen Produkten überdies noch mit Enzymen oder anderen Substraten zur Resorbtions- und Assimilationsverbesserung angereichert sind, über. Solche Produkte haben, von wenigen Billigstangeboten abgesehen, durchweg eine sehr hohe biologische Wertigkeit und besonders die modernsten Produkte dieser Art sind mit gutem Recht als !extrem bioverfügbar“ zu bezeichnen.

b. Die optimale Proteinmenge
Wenn man das vorliegende wissenschaftliche und praktische Datenmaterial vorurteilsfrei auswertet, muss man zu dem Schluss kommen, dass die optimale Proteinzufuhr zwischen 0,8g und 2,0g pro kg Körpergewicht liegen sollte. Menschen die körperlich wenig aktiv sind sollten zu dem niedrigeren Wert tendieren. Aktive Menschen, insbesondere Schwerarbeiter und Sportler sollten sich an der oberen Grenze orientieren. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass eine hohe Proteinzufuhr nur für Kraftsportler wichtig sei, sind 2g Protein/kg Körpergewicht pro Tag eher für Ausdauersportler angezeigt, während Bodybuilder, Gewichtheber, Ringer usw. meistens schon mit 1,5g Protein/kg Körpergewicht ausreichend versorgt sind.

Auch übergewichtige Menschen sind mit einer relativ hohen Proteinversorgung (1,5 -2 Gramm pro Tag) im Allgemeinen sehr gut bedient. Übergewichtige sollten bei hohen Proteinkonsum (der den Fettstoffwechsel anregt und „calorie-wasting“ ist, d.h. Kalorien für den Fettaufbau ungenutzt lässt), den Fett- und Kohlenhydratverzehr reduzieren, d.h. letztenldich werden die beiden „Dickmacher-Nährstoffe“ durch den „Schlankmachernährstoff“ Protein ersetzt.

Klar ist, dass eine zu geringe Protein- bzw. Aminosäurezufuhr einfach nicht genug Baumaterial liefert und unbedingt vermieden werden sollte. Weniger bekannt ist, dass eine VIEL ZU HOHE (nicht aber eine hohe!) Proteinzufuhr nicht nur schlecht für die Gesundheit, sondern auch für die Leistungsfähigkeit und sogar für den Muskel- Zellaufbau sein kann. Durch eine extreme Proteinzufuhr werden Nieren, Sehnen, Gelenke, Knochen, Bänder, Knorpel und sogar die Muskulatur, ja fast der gesamte Stoffwechsel in vielfältiger Weise geschwächt (Vitamin-, Mineralstoffabbau, Harnsäure, Ammoniakbildung, PH-Verschiebung im Zellgewebe behindert enzymatische Stoffwechselreaktionen usw.).

c. Die optimalen Proteinversorgungszeiten
Hier hat sich die schon vor über 20 Jahren von Professor Swetkov (Sofia) durchgeführte Studie, in der er alle 3-4 Stunden eine Zufuhr von etwa 15g (für Normalverbraucher) bis 25g (für Sportler und Schwerarbeiter) hochwertigem Protein empfiehlt, als richtig erwiesen.

Optimale Hilfsbaustoffe:

Die Bedeutung der Hilfsstoffe wird allgemein extrem unterschätzt. Man muss sich ganz klar machen, dass die Aminosäuren in den Ribosomen nicht zu Körperproteinen zusammengesetzt werden können, wenn die Hilfsstoffe fehlen. Die unten beschriebenen Substanzen sollten daher möglichst zusammen mit jeder Proteinmahlzeit zugeführt werden.

Nahezu alle klassischen Mikronährstoffe, also Vitamine (vor allem Vitamin B-Complex), Mineralien, Spurenelemente werden als Hilfsstoffe bzw. Reglerstoffe für die Proteinsynthese benötigt.

Kohlenhydrate und Fette liefern zwar in erster Linie die Energie bzw. den Brennstoff für unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, aber zusätzlich sind auch sie für die Proteinsynthese und damit den Aufbau aller Körperzellen notwendig. Die Ribosomen brauchen als Zellaufbaufabriken (genau wie jede Fabrik in der Industrie) Energie aus den eben genannten Energielieferanten, um aus den Rohstoffen (verzehrtes Protein und Aminosäuren) die gewünschten Fertigprodukte (Gewebsproteine, Muskeln, Zellen, Steuerungsproteine wie Enzyme und Hormone ect) herzustellen. Nur wenn über diese beiden Nährstoffe genug Energie geliefert wird, ist sichergestellt, dass verzehrtes Protein bzw. dessen Aminosäuren nicht als Brennstoff für allgemeine Körpervorgänge zweckentfremdet, sondern wirklich als Zellaufbaustoff benutzt werden. Natürlich muss die Energie zusammen mit dem zu verarbeitenden Rohmaterial zugeführt werden, d.h. gemeinsam mit Proteinen und Aminosäuren sollten vor allem so viele Kohlenhydrate zugeführt werden, dass die Ribosomen genug Energie für ihre Aufbauarbeit haben.

So wichtig die Kohlenhydrate und Fette auch für die optimale Aufbaufunktion des Organismus sind, sollten sie jedoch nicht in zu großer Menge zugeführt werden, da überschüssige Energie als unerwünschtes Fettgewebe am Körper gespeichert wird.

Optimale Proteinversorgung in der täglichen Praxis:

Regel 1:
Die Basis ist eine ABWECHSLUNGSREICHE, AUSGEWOGENE und VOLLWERTIGE Ernährung aus Getreideprodukten, Gemüse, Obst, Milch- und Milcherzeugnissen, magerem Fleisch und Fisch. Eine solche Ernährung liefert ganz natürlich hochwertiges Protein mit den notwendigen Hilfsaufbaustoffen und Energielieferanten. Für den Normalbürger, der keine außergewöhnlichen Ansprüche an sein Aussehen, seine Gesundheit und Vitalität stellt, dürfte diese Ernährung ideal sein. 

Regel 2:
Wenn Ihr Aussehen, Figur, Muskulatur, Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Vitalität usw. zu wünschen übrig lässt, oder wenn Sie alt oder sogar älter aussehen als Sie wirklich sind, dann sollten Sie zusätzlich zu einer guten Ernährung zu Proteinkonzentraten greifen.

Regel 3:
Wenn Sie verstärkt Körperproteine (Muskulatur, Gewebe, Enzyme, Hormone ect.) aufbauen wollen, sollten Sie sich gemäß Regel 2 Verhalten und zusätzlich ein körperliches Training in Verbindung mit geeigneten „Sport-Supplements“ anfangen (im folgenden Literaturverzeichnis finden Sie Literatur mit entsprechenden Ratschlägen).

Literaturquellen:
ARNDT, K.: "Leistungssteigerung durch Aminosäuren", Novagenics, 1999, ISBN 3929002043
ELMADFA, I.; LEITZMANN C.: "Ernährung des Menschen", UTB GmbH, 1998, ISBN 3825280365
Kraut, K.: Der Nahrungsbedarf des Menschen, Darmstadt, 1981.Pellett, PL and Young, VR. Nutritional evaluation of protein foods. United Nations University, 1980.
Poullain, MG et. al. Effect of whey proteins, their oligopeptide hydrosylates and free amino acid mixtures on growth and nitrogen retention in fed and starved rats. J Par. Ent. Nutr. (1989) 13: 382-386.
Appel LJ. „The effects of protein intake on blood pressure and cardiovascular disease.” Curr Opin Lipidol. 14, 1:55-9, 2003.
WILLIAMS, M. H.: "Ernährung, Fitness und Sport", Urban & Fischer, 1997, ISBN 3861261502
GEIß, K.-H.; HAMM M.: "Handbuch Sporternährung", Rowohlt TB-V, 1992, ISBN 3499186721
HATFIELD, F. C.: "Ultimate Sports Nutrition", Contemporary Books Inc., 1987, ISBN 0809248875
KONOPKA,P.: "Sporternährung", BLV Verlagsgesellschaft mbH, 2000, ISBN 3405155657